Papà con neonato

Ich und mein Kind

Eltern werden

Was geht wohl in Ihrem Kind vor, wenn es verträumt ins Leere blickt? Was fühlt dieses kleine Lebewesen? Ist es glücklich und zufrieden? Fehlt ihm etwas? Ihr Kind wird immer mehr Emotionen zeigen und Sie grosszügig an seinem Gefühlsleben teilhaben lassen.

Ihr Baby kann noch nicht sprechen, aber es kommuniziert bereits. Es sucht Ihren Blickkontakt, es räkelt sich wohlig und schon nach wenigen Wochen wird es Sie anlächeln. Es teilt Ihnen mit, dass es ihm gut geht. Teilen Sie diese freudigen Momente mit Ihrem Kind und geniessen Sie den Austausch.

Emotionen deuten lernen

Seit dem ersten Tag teilt Ihr Baby mit, wenn es unangenehme Gefühle empfindet. Es ballt die Fäustchen, es überstreckt sich, es quengelt, weint oder schreit. Was fehlt dem Kleinen? Hat es Hunger, braucht es eine frische Windel oder ist es müde? Muss es vielleicht all die vielen neuen Eindrücke verarbeiten und weint, um die Anspannung zu lösen?

Einiges, was Ihr Kind Ihnen mitzuteilen versucht, werden Sie gleich von Anfang an verstehen und einiges werden Sie mit der Zeit lernen. Wie jede Beziehung muss auch die Beziehung zu Ihrem Kind aufgebaut werden. Nach und nach lernen Sie diese kleine Person kennen. Immer besser werden Sie die Signale Ihres Kindes richtig deuten und angemessen darauf reagieren können.

Wenn das Baby schreit

Im Moment kann es jedoch sein, dass Ihr Baby einfach schreit und Sie nicht wissen, wie Sie es beruhigen können. Es gehört dazu, dass man manchmal ratlos ist. Weinen an sich ist nicht schädlich oder gefährlich, doch es kann Eltern beunruhigen und verunsichern. Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt und sich das Schreien anders anhört als sonst, dann kontaktieren Sie Ihren Kinderarzt, Ihre Kinderärztin.

Anhaltendes Schreien ist jedoch in jedem Fall unangenehm und anstrengend auszuhalten – selbst wenn es dem Baby «nur» dazu dient, die Anspannung zu lösen. Seien Sie für Ihr Kind da, so gut es geht. Oft ist es in solchen Situationen tröstend zu wissen, dass die Dauer des Schreiens bei Säuglingen in der Regel von der Geburt bis zur sechsten Lebenswoche zwar zunimmt, aber anschliessend bis zum dritten Lebensmonat wieder stetig abnimmt.

Die eigenen Gefühle verstehen

Nicht nur, dass Sie vielleicht ungewohnt intensiv auf die Emotionen Ihres Babys reagieren – auch Ihre eigene Gefühlswelt hat sich unter Umständen sehr verändert. Die Geburt eines Kindes ist für die meisten Menschen einer der emotionalsten Momente des Lebens. Vielleicht fuhren Sie bereits während der Schwangerschaft auf einer emotionalen Achterbahn: glücklich, traurig, freudig, ängstlich.

Diese widersprüchlichen Gefühle sind auch nach der Geburt bei vielen Eltern weiterhin spürbar, wobei Frauen häufig zusätzlich den Einfluss der hormonellen Umstellung wahrnehmen. Vielleicht merken Sie, dass Sie im einen Moment jauchzend die Welt umarmen könnten, die Tränen aber im nächsten einfach fliessen und Sie kurz darauf eine überwältigende Dankbarkeit erfüllt. Emotionen sind wichtige Signale in unserem Leben. Sie geben Hinweise, dass etwas Bedeutendes geschieht und helfen uns, Bedürfnisse umzusetzen.







Illustration Eltern mit Neugeborenem im Arm.

Die eigenen Gefühle zeigen

Halten Sie Ihre Gefühle nicht zurück, damit Ihr Gegenüber wahrnehmen kann, wie es Ihnen geht. Verspüren Sie Freude? Zeigen Sie es. So kann Ihr Partner oder Ihre Partnerin sich mit Ihnen freuen oder Sie wiederholt mit einer Aufmerksamkeit beglücken. Wann fühlen Sie sich freudig? Manchmal braucht es ganz wenig: einen Orangensaft ans Bett, eine Sonnenblume auf dem Tisch oder wenn das Kleine Omas selbstgestrickte Mütze trägt und unheimlich niedlich darin aussieht.

Geniessen Sie die Momente der schönen Gefühle, nehmen Sie aber auch unangenehme Emotionen wahr und nutzen Sie diese als Informationsquelle und Signale, um wichtige Bedürfnisse zu erkennen.

Körperliche Meisterleistung

Die Zeit nach der Geburt ist nicht nur für die Gefühlslage eine ausserordentliche Situation, sondern fordert auch körperlich viel. Unruhige Nächte oder das Baby herumtragen, beanspruchen Mütter und Väter. Für die Frau hat sich durch die Schwangerschaft körperlich einiges geändert. Einem Kind das Leben zu schenken ist meist eine wunderschöne Erfahrung und zugleich eine körperliche Meisterleistung.

Viele Mütter erleben die körperlichen Veränderungen, die eine Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen, als Herausforderung. Erst beobachtet man freudig oder möglicherweise auch skeptisch den wachsenden Bauch und spürt kleineren und grösseren Veränderungen nach. Nachdem die Geburt vollbracht und das Baby da ist, muss man sich erneut mit dem eigenen Körper befassen.

Veränderungen bei der Frau

Es gibt Frauen, die froh sind, dass sie ihren Körper wieder für sich haben. Andere empfinden eine seltsame Leere oder vermissen das Kicken im Bauch. Je nachdem geniessen sie das Stillen und die körperliche Verbundenheit mit ihrem Baby oder sie hätten ihren Körper gerne wieder für sich allein. Die Gefühlslage zu diesem Thema ist vielfältig und jedes Gefühl hat seine Berechtigung und gehört zum Muttersein.

Durch die Schwangerschaft verändert sich der Körper der Frau. Vielleicht finden Sie Dehnungsstreifen, Narben und mehr Rundungen als vorher. Oder die Haut fühlt sich weicher an und die Muskulatur ist schwächer. All das gehört dazu, denn der Körper hat eine immense Entwicklung hinter sich. Nun braucht er Zeit, um sich nach diesem Marathon zu erholen. Seien Sie stolz auf Ihre Leistung und setzen Sie sich nicht unnötig unter Druck. Lassen Sie sich Zeit und plagen Sie Ihren Körper jetzt nicht mit irgendwelchen Diäten oder verfrühten sportlichen Betätigungen.

Sich selbst Sorge tragen

Tragen Sie Sorge zu Ihrem Körper. Achten Sie bewusst auf Momente, in denen Sie sich nur um sich selbst kümmern. Diese helfen mit, das Körpergefühl zurückzuerobern.

  • Gönnen Sie sich zwischendurch Zeit für die Körperpflege. Nehmen Sie eine ausgiebigere Dusche, wenn jemand das Baby hütet oder legen Sie es im Badezimmer auf eine Decke. So müssen Sie nicht aus Sorge um das Kind rasch fertig sein. Auch sanftes Eincremen tut gut und hilft der Haut. Wenn Sie Ihren Bauch und die weiche Haut massieren, dient das auch der Rückbildung.
  • Suchen Sie nach Bewegungen, die angenehm sind. Beispielsweise räkeln, strecken, dehnen oder tief einatmen und nachspüren, wie sich das anfühlt.
  • Positive Worte haben Wirkung. Fokussieren Sie sich auf Dinge, die Ihnen an sich selbst gefallen oder auf die Sie stolz sind. Komplimente tun gut und wirken motivierend, auch wenn man sie sich selbst gibt.
  • Haben Sie negative Gedanken Ihrem Körper gegenüber? Reden Sie mit Ihren Freundinnen, Freunden, Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner darüber. Es ist normal, wenn dieses Thema Sie beschäftigt. Es hat sich viel verändert und die Auseinandersetzung damit braucht Zeit.
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